Citroën 2CV - Technik

Motor

Alle 2CV und Derivate haben einen luftgekühlten Zweizylinder Boxermotor mit zentraler Nockenwelle und 2 Ventilen pro Zylinder.

Alle Motoren können problemlos mit bleifreiem Sprit gefahren werden. Irgendwelche Blei-Additive werden nicht benötigt.

Gemischaufbereitung erfolgt immer per Vergaser. Einspritzung oder Katalysator gab es ab Werk nie.

Am Typenschild welches oben am Motor befestigt ist, kann man leicht erkennen um welchen Motor es sich handelt.

Motorenübersicht (Auszug)

Motortyp A06/635 A06/654 AM2 V06/630
V06/644
V06/665
Typenschild rot schwarz schwarz ?
Modell 2CV6 2CV6 Ami 8, Dyane Visa Club
Bauzeit 1978 - 1985 1985 - 1990 1968 - 1988 1978 - 1988
Hubraum 602 ccm 602 ccm 602 ccm 652 ccm
Verdichtung 8,5 8,0 9,0 9,0
empfohlene Benzinsorte (bleifrei) 98 Oktan : Super Plus 95 Oktan : Super 98 Oktan : Super Plus ?
Leistung 29 PS bei 5.750 U/min 27 PS bei 5.750 U/min 32 PS bei 5.750 U/min 34 PS bei 5.250 U/min
Drehmoment 39 Nm bei 3.500 U/min 39 Nm bei 3.750 U/min 42 Nm bei 3.500 U/min 50 Nm bei 3.500 U/min
Vergaser / Lufttrichter Solex 26/35 / 18-26 Solex 26/35 / 18-26 Solex 26/35 / 21-24 Solex 26/35 / 21-26

Tuning

Vorab:

Um etwas mehr Leistung aus dem Motor zu holen, reicht es nicht einfach nur den Vergaser zu wechseln. Meist unterscheiden sich die Motoren auch bei der Verdichtung (andere Kolben). Im Normalfall ist es einfacher den ganzen Motor samt Vergaser zu wechseln. Dafür gibt es auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung von Citroën.

Der Einbau eines VISA-Motores ist aufwändiger. Wegen der elektronischen Zündung wird ein spezieller Zündgeber in der Getriebeglocke benötigt. Adapter gibt es bei manchen Teilehändlern. Ferner passt der Zahnkranz der VISA-Schwungscheibe nicht zum 2CV-Anlasser. Die Visa-Schwungscheibe muß auch abgedreht werden weil sie sonst nicht ans 2CV-Getriebe passt. Auf www.CitDoks.de gibt es eine recht umfangreiche Beschreibung auf was alles zu achten ist.

Richtig Power bekommt man wenn man einen 4 Zylinder Boxer aus Ami Super oder GS/GSA verwendet (zwischen 54 und 65 PS). Dazu benötigt man ein Chassis eines Ami Super (nicht Ami 8!) samt Federtöpfen und Stoßdämpfer, einen Motor aus Ami Super (1.015 ccm) oder GS/GSA (1015-1.275 ccm), passendes Getriebe, Getriebeglocke des Ami Super (ist kürzer als die des GS/GSA), Antriebswellen vom Ami Super (Alternativ Adapterscheiben für 2CV-Antriebswellen), vordere Scheibenbremse vom Ami Super oder GS/GSA , Auspuff Ami Super (komplett anders als 2CV oder GS/GSA), Querstabilisatoren vorne und hinten vom Ami Super, Hinterachse 2CV, Vorderachse Ami Super oder 2CV und diverse Kleinteile. Die 2CV-Karosserie muß angepasst werden: Reserveradmulde für den grösseren Tank (40 statt 25 Liter), Bodenbleche wegen dickerer Federtöpfe, Verlängerung Motorhaube und vorderer Kotflügel um rund 8-12cm. Das ist richtig viel Arbeit und fährt sich durch die straffere Federung und das Mehrgewicht des Motors auf der Vorderachse auch anders als ein 2CV.

Katalysator und Umweltplakete

Ab Werk gab es keinen Katalysator, weder geregelt noch ungeregelt. Die letzten 2CV waren zwar "bedingt schadstoffarm", schafften dieses mit einer etwas magereren Einstellung und ganz ohne Kat. Ende der 1980er gab es dafür sogar eine vergünstigte KFZ-Steuer, heute nichts mehr.

Geregelte Katalysatoren für 2CV kamen Anfang der 1990er in der Verkauf und sind auch weiterhin neu zu erwerben (u.a. Franzose, Meyer). Damit ausgerüstete 2CV erhalten die Schlüsselnummer 77 und sogar eine grüne Umweltplakette.

Bremse

Hinten immer Trommeln, vorne ab 1981 Scheibenbremse, vorher Trommel.

Wichtigster Unterschied zwischen Trommel- und Scheibenbremse: Trommel benötigt DOT-Bremsflüssigkeit, Scheibe LHM! Diese sind untereinander nicht mischbar. Falsches Befüllen beschädigt die Dichtungen und die Bremszylinder, was einen Totalausfall der Bremse zur Folge hat! Ebenso muß danach die komplette Bremsanlage überholt werden (Erneuerung aller Dichtungen und Bremsylinder!)

Reifen

Ab Werk waren immer 125R15 montiert. Diese sind mittlerweile schwer zu bekommen. Alternativ kann man auch 135R15 oder 135/70R15 (Smart) fahren. Für beides gibt es eine Unbedenklichkeitsbescheinigung von Citroën. Wer es noch breiter mag: bis zu 225 vorne und 245 hinten sind in Kombination mit breiteren Kotflügeln und anderen Felgen möglich.

125R15 gibt es nur von Michelin, 135R15 auch von anderen Herstellern. Original waren immer Michelin, diese sind aber nur über deren Oldtimerprogramm zu bekommen und recht teuer. Alternativen gibt es von Toyo und Firestone. Die Diskusson welcher Reifen wirklich besser ist, ist auch immer eine Frage der Philosophie, des Glaubens, der Originalität und des persönlichen Fahrstils.


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